Tipps gegen die Emetophobie - die Angst vorm Übergeben!

6/30/2026 07:33:00 PM Sara Casy 0 Comments




EMETOPHOBIE 


Dieser Beitrag behandelt die Emetophobie. Sollten dich bestimmte Worte dazu triggern, bitte scrolle zum Hilfe-Teil mit den Tipps!
 
 
 
 Wenn Leute an Phobien denken, denken sie an die Angst vor Höhen, Spinnen, engen Räumen, vielleicht sogar besonderen Phobien wie der Angst vor Löchern… Aber wenige denken an die Emetophobie: Der Angst vorm Übergeben. Dabei ist das eine Phobie, die das ganze Leben kontrollieren kann. Und ich bin eine Betroffene.
 

 

Was ist die Emetophobie?

Die Emetophobie ist eine Angst-Erkrankungen, bei der eine Person irrationale Angst vor Übelkeit und deren Folgen hat. Das bezieht sich aber nicht nur auf die eigene Übelkeit, sondern auch die von anderen und Gespräche darüber.  
Es gibt bisher nicht genug Forschung, was der Auslöser einer Emetophobie ist, aber viele, wie bei mir, haben ein Ereignis, welches der Ursprung der Phobie ist. Bei manchen entwickelt sich das aber auch einfach aus dem Nichts.
Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Phobien, kann eine Emetophobie zu einem stark körperlichen Problem führen: Viele Leidende haben Untergewicht oder Mangelernährungen, aufgrund ihres Verhaltens, um ihre Angst zu kontrollieren. Angesichts dieser Tatsache ist es eigentlich verwunderlich, dass es immer noch so wenig Aufmerksamkeit und Hilfe für Leidende gibt.
Studien zu Folge leiden viele Emetophobier auch an Zwangstörungen, häufig auch OCD genannt. Sie haben ähnliche Muster, wie Zwangsgedanken oder extremen Drang zur Kontrolle.
 

Wie sehr schränkt die Emetophobie das Leben ein?

  •  Sie vermeiden soziale Kontakte - besonders mit "gefährlichen" Personengruppen wie Schwangeren und Kindern.
  • Sie trinken kein Alkohol und nehmen auch keine anderen Substanzen.
  • Sie versuchen allen Formen von Krankheitserregern aus dem Weg zu gehen.
  • Sie kontrollieren ihre Ernährung extrem: Lebensmittel werden nach "gefährlich" und "ungefährlich" einsortiert. Beispiel: Huhn ist gefährlich, weil es zu wenig gekocht sein kann und dann Krankheitserreger überträgt. 
  • Sie essen nur selbst zubereitetes Essen.
  • Sie vermieden lange Autofahrten, Flugreisen, Schiffsfahrten oder alles, was eine Reiseübelkeit auslösen könnte.
  • Sie vermeiden Orte.
  • Sie vermeiden Schwangerschaften.
  • Sie isolieren sich.
  • Sie missbrauchen Medikamente gegen Übelkeit. 

 

 Was hilft?

  1.  Professionelle Hilfe suchen: Bei Anlaufstellen, Therapeuten und Ärzten.  
  2.  Realisieren, dass dein Kopf lügt: Häufig ist dir nicht wirklich übel, aber dein Kopf und die Angst spielt dir Übelkeit vor.
  3.  Ursprung finden: Wenn deine Angst einen Ursprung hatte, versuche diesen Moment zu reflektieren und dich damit auseinander zu setzen. Das kann sehr helfen!
  4.  Medikamente weglassen: Fällt sehr schwer, aber du musst realisieren, dass du ohne klar kommst und auch kleine Gefühle (Völlegefühl, leichte Übelkeit, Sodbrennen, das Hungergefühl) ganz normal ist und nicht zum Ü* führt.
  5.  Konfrontation: Fang klein an mit sogenannten "Realitychecks". Bei mir ist es ein starker Hustenbonbon mit Pfefferminz und Eukalyptus. Jedes Mal wenn mir übel ist, lutsche ich einen. Das zeigt mir: Dir ist gerade nicht übel, dein Kopf lügt. Denn sonst würde es schlimmer werden (Spoiler: Ist es seit über 15 Jahren NOCH NIE!)
  6.  Überwinde Grenzen: Treffe dich wieder mit Freunden. Geh in ein Restaurant. Nehm mal nicht deine Medikamente mit. Fang klein an und steigere dich!
  7.  Arbeite an deiner generellen Angst: Lerne über Meditationen, Entspannungsübungen und Atemübungen, damit du deine Angst bei Panikattacken unter Kontrolle kriegst.
  8.  Mach weiter - JEDEN TAG! Du schaffst das!

 

Fazit

Ich kann nur aus meinen eigenen Erfahrungen sprechen, aber ich weiß, wie belastend das ist, wie wenig diese Phobie ernstgenommen wird, wie schwer es ist darüber hinwegzukommen… aber auch wie extrem viel besser der Alltag ist, wenn die Phobie einen nicht mehr kontrolliert. Heutzutage esse ich mich voll wie sonst was, kann stundenlang Übelkeit haben wegen einem zu vollen Magen und denk mir “ja komm, passiert eh nix”. Das ist ein Wunder für mich.Und du wirst das auch schaffen!!
 
 
Ein ganz bisschen ausführlicher behandele ich das Thema in meinem Video:
https://youtu.be/9Cq2e4YB_8A
Schau doch mal rein!  
 
 

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